"metronome voices"

 

Beim Projekt „metronome voices“ plane ich als Regisseurin/Choreografin/Dirigentin einen Tön-, Sprech-Chor mit einer in vielfältiger Hinsicht heterogenen Gruppe von Stimmen. 

 

Die Kölner Jazzbar „Metronom“ existiert seit den 60-er-Jahren und ist seit Beginn meiner Kölnzeit ein wichtiger Ort für mich. Hier treffen sich Musiker*innen und Musikinteressierte jeglichen Alters, unterschiedlicher Herkunft, mit diversen Interessen. Ein Interesse eint: Jazzmusik. Das Besondere an dieser Bar ist, dass sich dort Verbindungen, gar Freundschaften bilden mit Menschen, die man sonst vielleicht nicht treffen würde in der eigenen sogenannten „Bubble“. So habe ich mich zum Beispiel im Laufe der Zeit mit einer kölschen Sängerin und Entertainerin aus dem schwul-lesbischen Karneval angefreundet, die seit über vierzig Jahren Berufsmusikerin ist. Mehrere Philosophen kann ich meine guten Bekannten nennen, mit denen ich mich von Jazz über mittelalterliche Philosophie hin zu modernem Tanztheater austauschen kann. Die Jazzmusik läuft dabei in der Bar nicht nur als Hintergrundmusik, sondern wird häufig intensiv gehört. Dennoch ist eine chorale Stimmkulisse stets zu hören, angereichert durch Gläserklirren und besagte Jazzmusik, die mit Schallplatten aufgelegt wird. Dabei entstand die Idee, einen tatsächlichen Stimm-Chor zu bilden und diesen aus dem „Metronom“ hinaus zu tragen. 

 

Seit 2018 arbeite ich mit dem Voicelife Touch II von TC Helicon und experimentiere mit meiner eigenen Stimme, baue Loops, lasse durch nur meine eigene Stimme diverse Chöre erklingen. Ziel hierbei war und ist Flächen und Vielstimmigkeit zu erzeugen, obwohl ich allein auf der Bühne stehe. Diese Loops und Chöre plane ich nun mit echten Stimmen von Laien- und Berufsmusiker*innen, die ich im „Metronom“ kennengelernt habe, erneut zu einer echten Vielstimmigkeit zurückzuführen. Mir geht es hierbei sowohl um eine akustische Vielstimmigkeit als auch eine im weiteren Sinne politische. Durch die Heterogenität der Gruppe, die wiederum aus verschiedenen sozialen, beruflichen Gruppen kommen, wird eine mehrfache Vielstimmigkeit gewährleistet – auch inhaltlich.

 

Status: in Arbeit

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© Britta Tekotte